Mittwoch, 18. September 2013

Reise

Vor dem Check-In-Schlater ist es laut und stickig. Eine lange Schlange von verschleierten Frauen und Männern in langen weissen Gewändern steht vor mir. Alle quasseln sehr arabisch und sehr laut durcheinander.Oh Gott, denke ich, die werden alle mit mir in einem Flugzeug sitzen... 
Die Schlange vor mir will und will nicht kürzer werden und ich spüre, wie die Nervosität zunimmt. Ist mein Koffer zu schwer? Bekomme ich meinen noch fehlenden Boarding Pass von Dubai nach Perth auch wirklich? (Ja ich hatte nur einen Boarding Pass für die erste Strecke von Zürich nach Dubai)
Die Zeit verrinnt und die lange Araber-Schlange vor mir wird einfach nicht kürzer. 
Endlich nach einer gefühlten Ewigkeit und ungefähr zehn unterdrückten Wutanfällen, erreichen mein Vater und ich den Schalter. Gott sei Dank, der Koffer ist nicht zu schwer. Aber die Sache mit dem Boarding Pass stellt sich als schwieriger als vermutet heraus. Jedenfalls für die "nette Dame" am Schalter, die definitiv mehr Rouge als Ahnung von ihrem Job hat. Und wieder tickt der Sekundenzeiger unermüdlich vor sich hin und ich warte und warte und warte. Als die "nette Dame" dann schliesslich einsieht, dass sie die Sache mit dem Boarding Pass nicht auf die Reihe bekommen wird, möchte ich ihr meinen fast dreissig Kilo schweren Koffer am liebsten links und rechts um die Ohren schlagen. 
Ich habe jetzt also ein Flugticket zu wenig, noch genau zehn Minuten bis zur Boardingtime und Gate E52 ist ungefähr zwanzig Minuten entfernt. Was für ein toller Start in mein so lang herbeigesehntes Abenteuer^^
Doch schliesslich empfängt mich am Gate E52 eine freundliche, junge Dame, die mir innerhalb von 10 Minuten meinen rettenden Boarding Pass in die Hände drückt und mir dann eine gute Reise wünscht. 

Erleichtert sinke ich auf dem weichen cremefarbenen Sessel nieder, der für die nächsten sechs Stunden mir gehören wird. Erster Eindruck: Gut!Bloss, wie bediene ich das Bildschrimdingsda das vor meiner Nase hängt? Den freundlich lächelnden Japaner, der sich gerade neben mich setzt, getraue ich mich nicht zu fragen. Also warten, ich habe sechs lange und unbequeme Stunden zeit.

Ja, ich habe herausgefunden wie der kleine Fernseher funktioniert und nein, der Japaner hat nicht ein Wort mit mir gesprochen. Nicht einmal, als ich ihn schüchtern frage, ob er in Dubai auch einen Anschlussflug habe. Einzige Antwort: Ein nettes Lächeln und heftiges Kopfnicken. Hat der mich überhaupt verstanden?!? 

In Dubai lasse ich das ganze Sicherheits-Taschenröntgen-Abtastungsverfahren noch einmal über mich ergehen. Gerade als ich meinen Laptop aus meiner überfüllten Tasche zerre, höre ich, wie vor mir jemand Schweizerdeutsch spricht. Ein Mädchen mit blonden Locken und blauen Augen und einem grossen Rucksack steht da und lächelt mich an. Schnell stellt sich heraus, dass sie auch nach Perth fliegt und so habe ich bereits ein nettes "Gspändli", mit dem ich die drei Stunden bis zum Anschlussflug verbringen kann. 

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